Köln-Kalk zählt rund 25.000 Einwohner und ist damit der mit Abstand größte der neun Stadtteile im Kölner Stadtbezirk Kalk.1 Der Stadtteil ist jung, dicht besiedelt und stark international geprägt, das unterscheidet ihn deutlich vom Kölner Durchschnitt.
Dieser Beitrag bündelt die wichtigsten Eckdaten zu Bevölkerung, Entwicklung, Altersstruktur und Migration im Stadtteil Kalk. Eine kompaktere Zahlenübersicht findest du in unserer Kalk-Statistik, einen Überblick über die Lage der Viertel unter Stadtteile in Kalk.
Köln-Kalk auf einen Blick
- Einwohner aktuell: rund 25.200 (Stand 2024, Melderegister)
- Fläche: 2,97 km², Bevölkerungsdichte rund 8.500 Einwohner je km²
- Wachstum 2000 bis 2024: rund 23 Prozent
- Durchschnittsalter: rund 38 Jahre, deutlich unter dem Kölner Schnitt von etwa 42 Jahren
- Ausländeranteil: rund 38 bis 40 Prozent
- Migrationshintergrund: rund zwei Drittel der Bevölkerung
| Kennzahl | Köln-Kalk (Stadtteil) | Köln gesamt |
|---|---|---|
| Einwohner | ca. 25.200 | ca. 1,08 Mio. |
| Fläche | 2,97 km² | 405 km² |
| Bevölkerungsdichte | ca. 8.500 Einw./km² | ca. 2.700 Einw./km² |
| Durchschnittsalter | ca. 38 Jahre | ca. 42 Jahre |
| Ausländeranteil | ca. 38 bis 40 % | ca. 20 % |
| Migrationshintergrund | rund zwei Drittel | ca. 40 % |
Eine methodische Einordnung vorab: Wir trennen in diesem Beitrag bewusst zwischen dem Stadtteil Kalk (Stadtteilnummer 802) mit rund 25.000 Einwohnern und dem deutlich größeren Stadtbezirk Kalk (Bezirk 8) mit rund 122.000 Einwohnern, zu dem neben Kalk acht weitere Stadtteile gehören. Wo immer es geht, beziehen sich die Zahlen auf den Stadtteil selbst.2
Wie viele Menschen leben in Köln-Kalk?
Mit rund 25.200 Einwohnern (Melderegister, Stand Ende 2024) ist Kalk der bevölkerungsstärkste Stadtteil seines Bezirks und liegt etwa im Mittelfeld aller 86 Kölner Stadtteile.3 Auf nur 2,97 Quadratkilometern leben damit rund 8.500 Menschen je Quadratkilometer. Das ist mehr als das Dreifache des gesamtstädtischen Werts von etwa 2.700 und macht Kalk zu einem der dichter besiedelten Viertel im Kölner Osten.
Einwohnerentwicklung des Stadtteils Köln-Kalk, 1880 bis 2024 (gerundete Werte, frühe Jahre aus historischen Erhebungen, ab 1980 Melderegister jeweils zum 31.12.). Zwischen 1910 und 1950 liegen keine durchgängig vergleichbaren Stadtteilwerte vor, daher ist die Linie in diesem Abschnitt unterbrochen interpretierbar. Quellen: Wikipedia (historisch), citypopulation.de, Amt für Stadtentwicklung und Statistik der Stadt Köln.
Im langen Verlauf spiegelt sich die Industriegeschichte des Viertels. Aus einem winzigen Dorf mit wenigen Dutzend Einwohnern um 1830 wurde durch die Chemische Fabrik Kalk (gegründet 1858) und später Klöckner-Humboldt-Deutz eine der größten und wohlhabendsten Industriegemeinden Preußens, mehr dazu in der Geschichte von Köln-Kalk.4 1910, im Jahr der Eingemeindung nach Köln, lebten hier bereits rund 27.700 Menschen.5 Mit dem Niedergang der Schwerindustrie ab den 1970er Jahren sank die Einwohnerzahl bis auf gut 20.000 um das Jahr 2000. Seit Mitte der 2000er Jahre wächst Kalk wieder spürbar, vor allem durch Wohnungsbau auf ehemaligen Industriebrachen.
Wächst, stagniert oder schrumpft Kalk?
Über die vergangenen rund 25 Jahre wächst Kalk klar. Von gut 20.400 Einwohnern im Jahr 2000 ging es auf rund 25.200 im Jahr 2024, ein Plus von etwa 23 Prozent.6 Eine Phase echter Schrumpfung gab es seit der Jahrtausendwende nicht, der Aufwärtstrend hat sich seit 2015 sogar beschleunigt.
| Jahr | Einwohner Stadtteil Kalk |
|---|---|
| 2000 | 20.462 |
| 2005 | 21.134 |
| 2010 | 21.591 |
| 2015 | 23.550 |
| 2020 | 24.051 |
| 2024 | 25.246 |
Treiber dieser Entwicklung ist die Umnutzung früherer Industrieflächen. Auf dem Gelände der ehemaligen Chemischen Fabrik Kalk und rund um die Kalker Hauptstraße sind in den letzten zwei Jahrzehnten zahlreiche Wohnungen entstanden, etwa im Quartier rund um den Köln Arcaden und das KalkArkaden-Umfeld. Die Stadt zählte schon Ende 2019 gut 12.000 Wohnungen im Stadtteil.7
Altersstruktur: Köln-Kalk ist jung
Kalk gehört zu den jüngsten Vierteln der Stadt. Das Durchschnittsalter lag zuletzt bei rund 38 Jahren und damit spürbar unter dem Kölner Mittel von etwa 42 Jahren.8 Der Anteil der Kinder und Jugendlichen ist überdurchschnittlich, der Anteil der über 65-Jährigen niedriger als im Stadtschnitt. Das hängt eng mit der jungen, oft familiengeprägten und international zusammengesetzten Bevölkerung zusammen.
Im Vergleich der neun Stadtteile des Bezirks ist Kalk damit kein Ausreißer: Auch Vingst und Höhenberg sind jung und dicht. Die östlichen Stadtteile wie Brück, Merheim und Rath/Heumar sind dagegen ruhiger, grüner und im Schnitt älter.
Internationaler Stadtteil: Migration in Kalk
Kalk ist einer der internationalsten Stadtteile Kölns. Der Ausländeranteil liegt bei rund 38 bis 40 Prozent und damit etwa doppelt so hoch wie im Kölner Durchschnitt von rund 20 Prozent.9 Bezieht man Menschen mit Migrationshintergrund insgesamt ein, kommt der Stadtteil auf rund zwei Drittel. Auf Bezirksebene hat Kalk regelmäßig den höchsten Anteil an Bevölkerung mit Migrationshintergrund unter allen neun Kölner Stadtbezirken.10
Diese Vielfalt prägt das Straßenbild rund um die Kalker Hauptstraße stark, von Lebensmittelhändlern über Gastronomie bis zu Vereinen und den Sehenswürdigkeiten in Köln-Kalk. Die Kehrseite zeigen die sozialen Kennzahlen: Die Arbeitslosenquote im Stadtteil liegt mit rund 16 Prozent deutlich über dem Kölner Wert, und auch der Anteil der Haushalte mit Sozialleistungen ist erhöht.11
Die Stadtteile des Stadtbezirks Kalk
Der Stadtbezirk Kalk umfasst neben dem namensgebenden Stadtteil acht weitere Viertel mit sehr unterschiedlicher Größe und Struktur. Insgesamt leben im Bezirk rund 122.000 Menschen.12 Die folgende Tabelle zeigt die Einwohnerzahlen der einzelnen Stadtteile zum Stand 2024.
| Stadtteil im Stadtbezirk Kalk | Einwohner (2024) |
|---|---|
| Kalk | 25.246 |
| Humboldt-Gremberg | 15.244 |
| Ostheim | 13.961 |
| Vingst | 12.633 |
| Höhenberg | 12.348 |
| Rath/Heumar | 11.793 |
| Merheim | 11.166 |
| Brück | 10.294 |
| Neubrück | 9.272 |
| Stadtbezirk Kalk gesamt | 121.957 |
Kalk ist damit der größte, aber längst nicht der einzige wachsende Stadtteil des Bezirks. Auch in Ostheim, Höhenberg und den östlichen Neubaulagen rund um Neubrück hat sich die Einwohnerzahl über die Jahre verschoben.
Ausblick
Köln-Kalk dürfte weiter wachsen. Die Stadt entwickelt rund um die Kalker Hauptstraße, das frühere CFK-Gelände und den Bahnhof Köln-Kalk seit Jahren neue Wohn- und Gewerbeflächen, und der Trend der vergangenen zwei Jahrzehnte zeigt klar nach oben.13 Gleichzeitig bleibt der Stadtteil jung und international, was ihn von vielen anderen Kölner Vierteln unterscheidet. Wie kräftig das Wachstum ausfällt, entscheidet sich vor allem daran, wie viele weitere Industriebrachen in Wohnraum umgewandelt werden.
Hinweis zur Methodik
Die Zahlen stammen überwiegend aus den Veröffentlichungen des Amtes für Stadtentwicklung und Statistik der Stadt Köln (Kölner Stadtteilinformationen, Strukturdaten Stadtbezirk Kalk), ergänzt um historische Reihen aus Wikipedia und citypopulation.de. Werte sind gerundet, Stichtage variieren (in der Regel 31.12.). Einzelne Kennzahlen wie Durchschnittsalter und Ausländeranteil beziehen sich auf das jeweils zuletzt verfügbare Jahr und können je nach Quelle leicht abweichen.