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Kalk Stadtteile: Alle 9 Stadtteile im Überblick

Vom Industrieerbe in Kalk und Humboldt/Gremberg bis zu den ruhigen Lagen am Königsforst: was die neun Stadtteile des Bezirks prägt.

Von Tanja Krämer | 25. Juni 2026
Kalk Stadtteile: Alle 9 Stadtteile im Überblick © Foto: Teta / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)
Blick über Köln aus dem Ballon.

Köln-Kalk ist einer von neun Kölner Stadtbezirken und liegt rechtsrheinisch im Osten der Stadt. Anders als sein Name vermuten lässt, ist Kalk nicht nur ein Veedel, sondern auch der Name des gesamten Stadtbezirks 8, der zum 1. Januar 1975 bei einer kommunalen Neugliederung entstand.

Offiziell gliedert sich der Bezirk in neun Stadtteile, vom dicht bebauten Industrieerbe in Kalk und Humboldt/Gremberg über die HöVi-Stadtteile Höhenberg und Vingst bis zu den fast ländlich anmutenden Lagen Brück und Rath/Heumar am Königsforst. Auf rund 38 Quadratkilometern leben Ende 2024 etwa 121.957 Menschen. Die folgende Reihenfolge orientiert sich an den Einwohnerzahlen, vom bevölkerungsreichsten Stadtteil abwärts.

Einwohner je Stadtteil (31.12.2024)Kalk25.246Humboldt/Gremberg15.244Ostheim13.961Vingst12.633Höhenberg12.348Rath/Heumar11.793Merheim11.166Brück10.294Neubrück9.272
Was dich erwartet

1. Kalk

Lage von Kalk im Stadtbezirk Kalk (West nach Ost)WestOst
  • Einwohner: ca. 25.246 (31.12.2024)
  • Lage: Im Westen des Stadtbezirks, direkt rechtsrheinisch zwischen Deutz und Vingst
  • Highlights: Kalker Hauptstraße, Köln Arcaden, Bürgerhaus Kalk, Stadtbahn Kalk Post
  • Charakter: Lebendiges, multikulturelles Geschäfts- und Verwaltungszentrum des Bezirks

Kalk ist das namensgebende Zentrum des Stadtbezirks und mit gut 25.000 Einwohnern der mit Abstand bevölkerungsreichste Stadtteil. Der Name geht auf die mittelalterliche Form Kalka zurück, urkundlich taucht der Ort bereits 1003 auf. Vermutlich verweist er auf die Lage am Rand einer feuchten Niederung (Kolk = Sumpf).

Im 19. Jahrhundert wurde Kalk zur Industriestadt: Weil rund um die Kölner Stadtmauer ein Bauverbot galt, wichen Firmen aufs günstige rechtsrheinische Land aus. Chemische und metallverarbeitende Werke siedelten sich an, 1881 wurde Kalk eine eigenständige Stadt, 1910 dann nach Köln eingemeindet. Wer mehr dazu wissen will, findet in unserer Geschichte von Kalk die Langfassung.

Nach dem Niedergang der Fabriken in den 1970er und 1980er Jahren kam der Strukturwandel. Auf dem Gelände der früheren Chemischen Fabrik Kalk entstanden die Köln Arcaden, die am 2. März 2005 als erstes rechtsrheinisches Einkaufszentrum der Stadt öffneten. Die Hauptgeschäftsstraße ist bis heute die Kalker Hauptstraße, angebunden über die Stadtbahnlinien 1 und 9 an der Haltestelle Kalk Post. Tipps zum Bummeln gibt es in unserer Übersicht der Cafés in Kalk.

2. Humboldt/Gremberg

Lage von Humboldt/Gremberg im Stadtbezirk Kalk (West nach Ost)WestOst
  • Einwohner: ca. 15.244 (31.12.2024)
  • Lage: Südlich von Kalk, zwischen Bahnanlagen und Vingster Straße
  • Highlights: Humboldt-Kolonie, Pfarrkirche, Gremberger Wäldchen in Reichweite
  • Charakter: Dicht bebauter Arbeiterstadtteil mit multikulturellen Wurzeln

Humboldt/Gremberg ist mit über 15.000 Einwohnern der zweitgrößte Stadtteil des Bezirks. Er entstand 1975 bei der Gebietsreform aus zwei eigenständigen Orten mit sehr unterschiedlicher Geschichte. Während Teile der Gremberger Flur schon 1003 urkundlich erwähnt wurden, ist Humboldt eine junge Gründung der Industrialisierung.

Den Wohnbedarf der Kalker Fabrikarbeiter deckte man mit der Humboldt-Kolonie, einer Arbeitersiedlung südlich von Kalk. In den 1920er Jahren bauten die Architekten Fabricius und Hahn sie mit zwei- und dreigeschossigen Mietwohnbauten aus. Humboldt kam bereits 1888 zu Köln, Gremberg zusammen mit Vingst erst 1910.

In den 1950er Jahren wuchsen beide Orte über mehrgeschossige Mietblöcke zusammen. Heute ist Humboldt/Gremberg ein dicht bebauter, von Zuwanderung geprägter Wohnstadtteil. Wie sich die Bevölkerung entwickelt, zeigt unsere Seite zu den Einwohnern von Kalk.

3. Ostheim

Lage von Ostheim im Stadtbezirk Kalk (West nach Ost)WestOst
  • Einwohner: ca. 13.961 (31.12.2024)
  • Lage: Nordöstlich von Kalk, an der Gilgaustraße und der Frankfurter Straße
  • Highlights: Bürgerzentrum, Wohnsiedlungen der Nachkriegszeit, Naherholung Richtung Merheimer Heide
  • Charakter: Wohnstadtteil im Wandel, mit Hochhausquartieren und Quartiersarbeit

Ostheim liegt nordöstlich von Kalk und war bis ins 19. Jahrhundert ein kleines, landwirtschaftlich geprägtes Dorf im Kirchspiel Merheim. Mit der Industrialisierung von Kalk und Mülheim wurde es zum Wohnort für Fabrikarbeiter.

Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Zerstörung der Nachbarstadtteile herrschte Wohnungsnot. In Ostheim entstanden mehrere Siedlungen, die Einwohnerzahl verdreifachte sich zwischen 1950 und 1980 mehr als. Das in den 1970er Jahren errichtete Hochhausgebiet an der Gernsheimer Straße galt lange als sozialer Brennpunkt mit erhöhtem Betreuungsbedarf.

Heute ist Ostheim ein vielfältiger Wohnstadtteil, in dem Quartiersmanagement und Stadterneuerung eine große Rolle spielen. Mit rund 14.000 Einwohnern gehört er zu den mittelgroßen Stadtteilen des Bezirks.

4. Vingst

Lage von Vingst im Stadtbezirk Kalk (West nach Ost)WestOst
  • Einwohner: ca. 12.633 (31.12.2024)
  • Lage: Östlich von Kalk, eng verbunden mit dem Nachbarstadtteil Höhenberg (HöVi)
  • Highlights: Pfarrkirche St. Theodor, Vingster Freibad, Vingster Kirmes im Oktober
  • Charakter: Klein strukturierter Wohnstadtteil mit starkem Gemeinschaftsgefühl

Vingst liegt östlich von Kalk und wird von klein strukturierten Wohnhäusern geprägt. Der Stadtteil kam 1910 zusammen mit Gremberg nach Köln. Bekannt ist die katholische Pfarrkirche St. Theodor, deren Vorgängerbau 1938 geweiht und im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde. Der heutige Bau geht auf Entwürfe aus dem Hause Böhm zurück.

Vingst und das benachbarte Höhenberg verstehen sich als eigene Stadtteile, fühlen sich aber unter dem Kürzel HöVi eng verbunden. Aus der 1994 von den Kirchengemeinden gestarteten Ferienfreizeit HöVi-Land entstand ein soziales Netzwerk, das bis heute viele Aktionen im Veedel trägt.

Ein Highlight im Jahreslauf ist die Vingster Kirmes im Oktober, die weit über die Stadtteilgrenzen hinaus Besucher anzieht. Für Abkühlung sorgt das Vingster Freibad. Wer Ausflugsziele sucht, wird in unseren Sehenswürdigkeiten in Kalk fündig.

5. Höhenberg

Lage von Höhenberg im Stadtbezirk Kalk (West nach Ost)WestOst
  • Einwohner: ca. 12.348 (31.12.2024)
  • Lage: Zwischen Kalk und Vingst, nördlich der Frankfurter Straße
  • Highlights: Germaniasiedlung mit Museumswohnung, HöhenbergBad, soziales Engagement
  • Charakter: Dicht besiedelter Wohnstadtteil, multikulturell und engagiert

Höhenberg ist ein überdurchschnittlich dicht besiedelter Wohnstadtteil: Auf knapp zwei Quadratkilometern leben mehr als 12.000 Menschen. Lange galt der Stadtteil als sozialer Brennpunkt, ist heute aber vor allem für das große soziale Engagement seiner Bewohner und Vereine bekannt.

Eine Besonderheit ist die Germaniasiedlung, in der eine Außenstelle des Kölnischen Stadtmuseums eingerichtet wurde. In einer originalgetreu eingerichteten Museumswohnung lässt sich das Alltagsleben um 1920 nachvollziehen. Sportlich und für die Freizeit sorgt das moderne Kombibad HöhenbergBad.

Wie Vingst ist Höhenberg Teil der HöVi-Gemeinschaft. Die christlichen Kirchengemeinden, Vereine und Initiativen prägen das Erscheinungsbild des multikulturellen Stadtteils sichtbar mit.

6. Rath/Heumar

Lage von Rath/Heumar im Stadtbezirk Kalk (West nach Ost)WestOst
  • Einwohner: ca. 11.793 (31.12.2024)
  • Lage: Am östlichen Stadtrand, direkt am Königsforst und an der Stadtgrenze
  • Highlights: Königsforst, historischer Ortskern Heumar, Königsforst-Siedlung (Götterstraßen)
  • Charakter: Grüner Stadtrandteil mit hohem Einfamilienhausanteil

Rath/Heumar liegt am östlichen Stadtrand und grenzt unmittelbar an den Königsforst, eines der beliebtesten Naherholungsgebiete Kölns vor den Höhen des Bergischen Landes. Im Osten beginnen die Stadtgebiete von Bergisch Gladbach und Rösrath.

Bis ins 20. Jahrhundert war Rath/Heumar landwirtschaftlich geprägt. Später entstanden Wohnsiedlungen wie die Königsforst-Siedlung, im Volksmund Göttersiedlung genannt, weil ihre Straßen nach germanischen Gottheiten benannt sind.

Die Wohndichte ist deutlich niedriger als in den zentralen Stadtteilen, das Bild bestimmen Einfamilien- und Reihenhäuser. Damit zählt Rath/Heumar zu den ruhigeren, grünen Adressen des Bezirks. Wer mit einem Umzug liebäugelt, findet in unserem Mietspiegel für Kalk die Preisspannen.

7. Merheim

Lage von Merheim im Stadtbezirk Kalk (West nach Ost)WestOst
  • Einwohner: ca. 11.166 (31.12.2024)
  • Lage: Im Norden des Bezirks, zwischen Ostheim, Brück und der Merheimer Heide
  • Highlights: Historischer Dorfkern, Krankenhaus Merheim, Em ahle Kohberg (Wirtshaus von 1665)
  • Charakter: Alter Dorfkern trifft auf großes Klinikum und moderne Wohngebiete

Merheim im Norden des Bezirks hat tiefe dörfliche Wurzeln. Urkundlich erwähnt wurde der Ort erstmals 1217, als ein Adliger einen Hof an die Abtei Altenberg verkaufte. Aus einem frühmittelalterlichen Herrenhof entwickelte sich ein bedeutender Wallfahrtsort. 1808 wurde Merheim eigenständige Gemeinde, 1914 nach Köln eingemeindet.

Der historische Ortskern bewahrt klassizistische und barocke Bauten sowie typisch bergisches Fachwerk. Hier steht mit Em ahle Kohberg von 1665 das älteste Wirtshaus im rechtsrheinischen Köln.

Überregional bekannt ist Merheim durch das Krankenhaus Merheim, die größte Betriebsstätte der Kliniken der Stadt Köln. Das Haus der Maximalversorgung wurde auf dem Gelände eines früheren Flugfeldes errichtet und ist akademisches Lehrkrankenhaus. Mit der Merheimer Heide grenzt zudem ein Naherholungsgebiet an den Stadtteil.

8. Brück

Lage von Brück im Stadtbezirk Kalk (West nach Ost)WestOst
  • Einwohner: ca. 10.294 (31.12.2024)
  • Lage: Am östlichen Stadtrand, nördlich von Rath/Heumar am Königsforst
  • Highlights: Dörflich geprägter Ortskern, Gräfenhof, Nähe zum Königsforst
  • Charakter: Ruhiger Stadtrandteil mit sehr hohem Einfamilienhausanteil

Brück liegt am östlichen Stadtrand und hat sich bis heute einen dörflich geprägten Ortskern bewahrt. Mit einem Einfamilienhausanteil von rund 77 Prozent ist es einer der am wenigsten verdichteten Stadtteile des Bezirks.

Die erste urkundliche Erwähnung stammt von 1166, als die Abtei Altenberg hier einen Hof besaß. Mit dem Gräfenhof beginnt die überlieferte Ortsgeschichte. Die Brücker Mark war im Mittelalter ein Teil des Königsforstes.

Verkehrlich wurde Brück 1906 über eine Kleinbahn angebunden, der eigentliche Aufschwung kam nach der Eingemeindung 1914 mit Wohnsiedlungen der 1920er und 1930er Jahre. 1965 wurde im Westen der Grundstein für die Konrad-Adenauer-Siedlung gelegt, aus der 1992 der eigenständige Stadtteil Neubrück hervorging.

9. Neubrück

Lage von Neubrück im Stadtbezirk Kalk (West nach Ost)WestOst
  • Einwohner: ca. 9.272 (31.12.2024)
  • Lage: Im Nordosten, zwischen Brück und der Stadtgrenze, als reines Wohngebiet
  • Highlights: Großsiedlung der 1960er Jahre, Flachdach-Architektur, viel Grün
  • Charakter: Geplante Wohnsiedlung der Nachkriegsmoderne, der kleinste Stadtteil

Neubrück ist mit gut 9.000 Einwohnern der kleinste Stadtteil des Bezirks und zugleich der jüngste: 1992 wurde er aus der Konrad-Adenauer-Siedlung als eigenständiger Stadtteil ausgegliedert.

Geplant wurde die Großsiedlung ab Anfang der 1960er Jahre und von 1965 bis 1970 auf dem Rollfeld eines ehemaligen Militärflugplatzes im Südwesten von Brück errichtet. Typisch für den Baustil der Zeit ist Neubrück als reines Wohngebiet konzipiert, fast alle Gebäude tragen die charakteristischen Flachdächer.

Die ursprünglich erwartete Einwohnerzahl von 15.000 wurde nie erreicht. Heute ist Neubrück eine ruhige, durchgrünte Wohnlage am östlichen Stadtrand. Wie es um Sicherheit im Bezirk steht, ordnen wir in unserer Auswertung zur Kriminalität in Kalk ein.

Ausblick: Wohin sich Kalk entwickelt

Drei Themen prägen die nächsten Jahre. In Kalk selbst läuft die Aufwertung des Stadtteilzentrums rund um Kalker Hauptstraße, Bürgerhaus und das neue Verwaltungsquartier weiter, der frühere Arbeiterstadtteil zieht zunehmend junges, kreatives Publikum an. In Ostheim, Höhenberg und Vingst bleiben Stadterneuerung und Quartiersarbeit zentrale Aufgaben, gestützt von einem dichten Netz an Initiativen und Kirchengemeinden.

Am östlichen Rand bei Brück und Rath/Heumar bleibt der Königsforst der große grüne Anker, hier geht es vor allem um den Erhalt der ruhigen, durchgrünten Wohnlagen. Wer den Bezirk wirklich kennenlernen will, kommt um einen Streifzug durch die Stadtteile nicht herum: Jeder bringt seinen eigenen Charakter mit, vom Industrieerbe bis zum Dorfkern am Waldrand. Wie sich die Lebenshaltung im Bezirk entwickelt, zeigt unsere Seite zu den Lebenshaltungskosten in Kalk.

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