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Kalk Mietspiegel: Das gilt für Mieter im Bezirk

Der Kölner Mietspiegel hat den Stand April 2025 und gilt auch für den Bezirk Kalk. Wie viel Miete ortsüblich ist, hängt von Baualter, Größe, Ausstattung und Wohnlage ab.

Von Tanja Krämer | 27. Juni 2026
Kalk Mietspiegel: Das gilt für Mieter im Bezirk © Foto: Fotoschorschi / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
Fassade eines Wohnhauses in der Bertramstraße in Kalk.

Köln-Kalk hat sich vom rußigen Industrie- und Arbeiterviertel im Schatten der Chemischen Fabrik Kalk zu einem der lebendigsten und am stärksten nachgefragten Quartiere im rechtsrheinischen Köln gewandelt. Mit dem Wandel kamen die Mieten in Bewegung. Wer in Kalk, Höhenberg, Vingst oder einem der anderen Stadtteile des Bezirks eine Mieterhöhung bekommt, eine Wohnung neu anmietet oder einfach wissen will, ob der eigene Vertrag noch fair ist, kommt am Kölner Mietspiegel nicht vorbei.

Der aktuelle Kölner Mietspiegel hat den Stand April 2025.1 Er gilt für das gesamte Stadtgebiet, also auch für den Stadtbezirk 8 Kalk. Dieser Service-Artikel erklärt Schritt für Schritt, was der Mietspiegel ist, wie du die Tabelle liest, wie die Stadtteile des Bezirks nach Wohnlage einzuordnen sind und wie du für eine konkrete Kalker Adresse die ortsübliche Vergleichsmiete ermittelst.

Was dich erwartet

Was der Mietspiegel ist und wofür er rechtlich gilt

Der Mietspiegel ist eine offizielle Übersicht über die ortsübliche Vergleichsmiete. Er zeigt, welche Nettokaltmiete pro Quadratmeter für eine bestimmte Art von Wohnung in der Stadt üblich ist. Herausgegeben wird der Kölner Mietspiegel von der Rheinischen Immobilienbörse e.V., zusammengestellt unter Mitarbeit der Stadt Köln (Amt für Wohnungswesen), des Mietervereins Köln, der Haus- und Grundbesitzervereine und weiterer Akteure des Kölner Wohnungsmarkts.1

Wichtig zu wissen: Köln hat keinen qualifizierten, sondern einen einfachen Mietspiegel nach § 558c des Bürgerlichen Gesetzbuchs.2 Anders als ein qualifizierter Mietspiegel (etwa in Berlin oder München) genießt er vor Gericht keine gesetzliche Vermutungswirkung. Er ist eine anerkannte Orientierungshilfe, mit der Mieter und Vermieter die Miethöhe je nach Lage, Größe, Ausstattung und Zustand der Wohnung einschätzen können. In der Praxis ist er trotzdem das wichtigste Werkzeug, wenn es um faire Mieten in Kalk geht.

Der Mietspiegel hat damit zwei zentrale Funktionen. Erstens dient er als Grundlage, um Mieterhöhungen im laufenden Vertrag einzuschätzen, die nur bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete zulässig sind (§ 558 BGB).3 Zweitens hilft er bei der Mietpreisbremse für Neuvermietungen, die in Köln flächendeckend gilt.4 Es geht dabei stets um die reine Nettokaltmiete je Quadratmeter Wohnfläche, Betriebskosten, Heizung und Schönheitsreparaturen sind nicht enthalten.1

Aktueller Stand: Kölner Mietspiegel April 2025

Der Kölner Mietspiegel wird alle zwei Jahre neu erstellt. Die aktuelle Ausgabe hat den Stand April 2025 und löst die Vorgängerausgabe ab.1 In die Auswertung fließen Mieten ein, die in den vergangenen sechs Jahren für vergleichbare Wohnungen vereinbart oder geändert wurden. Damit bildet der Mietspiegel den Schwerpunkt des realen Bestandsmarktes ab, nicht die teils deutlich höheren Angebotspreise auf den großen Immobilienportalen.

Genau das ist der wichtigste Punkt für Kalker Mieter: Die im Mietspiegel ausgewiesenen Spannen liegen spürbar unter dem, was bei Neuvermietungen heute aufgerufen wird. Für den Stadtteil Kalk nennen Immobilienportale eine durchschnittliche Angebotsmiete im Bereich von rund 12 Euro pro Quadratmeter, in besseren Lagen des Bezirks auch darüber.5 Diese Werte sind Marktbeobachtungen privater Portale und nicht Teil des offiziellen Mietspiegels. Die offizielle Vergleichsmiete für deine konkrete Wohnung ermittelst du immer über die Tabellen weiter unten.

KennzahlWert
Stand der aktuellen AusgabeApril 2025
HerausgeberRheinische Immobilienbörse e.V.
Rechtsformeinfacher Mietspiegel (§ 558c BGB)
DatenbasisMieten der letzten sechs Jahre
Geltungsbereichgesamtes Stadtgebiet Köln
Baualtersgruppen6 (bis 1960 bis ab 2018)
Wohnlageneinfach, mittel, sehr gut
Aktualisierungalle zwei Jahre
Nächste Ausgabevoraussichtlich 2027

Hinweis

Der Mietspiegel erfasst nur frei finanzierte Wohnungen. Nicht enthalten sind preisgebundener Wohnraum (Sozialwohnungen), Kleinappartements, Einfamilienhäuser, möblierte Vermietungen und Wohnheime. Für diese Wohnformen gelten gesonderte Regeln.

So liest du die Mietspiegeltabelle

Der Kölner Mietspiegel ist als Tabelle aufgebaut, die drei Dinge kombiniert: das Baualter des Gebäudes, die Größe der Wohnung und die Wohnlage. Daraus ergibt sich eine Mietspanne in Euro pro Quadratmeter.

1. Baualtersgruppe und Wohnungsgröße

Die Wohnungen sind in sechs Baualtersgruppen eingeteilt: bis 1960, 1961 bis 1975, 1976 bis 1989, 1990 bis 2004, 2005 bis 2017 und ab 2018.1 Innerhalb jeder Gruppe wird nach fünf Größenklassen unterschieden: 30 bis 49,9 m², 50 bis 69,9 m², 70 bis 89,9 m², 90 bis 109,9 m² und 110 bis 140 m². Die Wohnfläche wird nach der Wohnflächenverordnung berechnet, Balkon und Terrasse zählen in der Regel zu einem Viertel mit.

2. Wohnlage: einfach, mittel oder sehr gut

Köln unterscheidet drei Wohnlagen.1 Eine einfache Wohnlage liegt vor, wenn das Wohnen durch Geräusch- oder Geruchsbelästigung oder andere Kriterien dauerhaft erheblich beeinträchtigt wird. Die mittlere Wohnlage ist die normale Lage ohne besondere Vor- oder Nachteile, in der die überwiegende Zahl der Kölner Wohnungen liegt. Die sehr gute Wohnlage ist durch aufgelockerte Bebauung, ruhige Grünlage und gute Verkehrsanbindung gekennzeichnet. Eine Zwischenstufe gut ordnet sich zwischen mittlerer und sehr guter Lage ein.

3. Ausstattung und Sondermerkmale

Innerhalb der älteren Baualtersgruppen wird die Ausstattung in drei Stufen unterteilt: Stufe 1 ohne Heizung, Stufe 2 mit Heizung sowie Bad und WC, Stufe 3 mit besonderer Ausstattung.1 Als besondere Ausstattung gelten zum Beispiel ein außergewöhnlicher Fußboden wie Parkett, ein Zweitbad, eine hochwertige Einbauküche oder ein großer Balkon. Bei Neubauten ab 2018 entfällt diese Unterscheidung, weil hier ohnehin ein hoher Standard üblich ist. Ist bei einem Altbau die Bausubstanz weitgehend unverändert geblieben, liegen die Mieten rund zehn Prozent unter den angegebenen Spannen.

Mietspiegelwerte für Köln nach Baualter und Wohnlage

Die folgende Übersicht zeigt einen Ausschnitt aus dem Kölner Mietspiegel April 2025 für die häufige Wohnungsgröße 70 bis 89,9 m² (Ausstattung mit Heizung, Bad und WC). Die Werte sind Nettokaltmiete in Euro pro Quadratmeter und bilden den Schwerpunkt des Marktes ab.1 In Kalk sind vor allem die Gruppen bis 1960, 1961 bis 1975 und die jüngeren Neubauten relevant.

Baualtersgruppeeinfache Lagemittlere Lagesehr gute Lage
bis 19606,00 bis 9,106,50 bis 9,507,10 bis 10,00
1961 bis 19757,30 bis 9,407,00 bis 9,807,40 bis 10,30
1976 bis 1989 bis 7,40 bis 10,008,30 bis 10,70
1990 bis 2004 bis 7,70 bis 11,209,40 bis 11,20
2005 bis 2017 bis 8,80 bis 12,009,70 bis 12,60
ab 2018 bis 9,00 bis 16,309,90 bis 17,20

Gut zu erkennen: Für die in Kalk typischen Altbauten und Nachkriegswohnungen bewegt sich die Vergleichsmiete in einer 70-Quadratmeter-Wohnung meist im Bereich von etwa 6 bis 10 Euro pro Quadratmeter. Erst Neubauten ab 2018 reißen die Spanne nach oben auf. Die Striche markieren Felder, für die im Mietspiegel kein ausreichendes Datenmaterial vorlag.1 Wie sich diese Mietkosten in das Haushaltsbudget einordnen, zeigt der Beitrag zu den Lebenshaltungskosten in Kalk.

Die Stadtteile des Bezirks Kalk nach Wohnlage

Der Stadtbezirk 8 Kalk ist der bevölkerungsreichste rechtsrheinische Bezirk und besteht aus neun Stadtteilen. Auf rund 38 Quadratkilometern leben hier etwa 120.000 Menschen.6 Die Bandbreite reicht vom dichten Gründerzeit- und Nachkriegsquartier bis zur lockeren Vorortbebauung am östlichen Stadtrand. Die folgende Übersicht ordnet die Stadtteile grob ein. Maßgeblich bleibt im Einzelfall immer die konkrete Adresse, da Köln die Wohnlage anhand von Lärm, Bebauungsdichte, Infrastruktur und Umfeld bestimmt, nicht nach Postleitzahl.1

StadtteilTendenz WohnlagePrägung
Kalkeinfach bis mitteldichtes ehemaliges Industrie- und Arbeiterviertel, Gründerzeit und Nachkriegsbau, im Aufwertungsprozess rund um die Kalker Hauptstraße
Höhenbergüberwiegend einfachgroße Nachkriegssiedlungen, hoher Anteil GAG-Bestand, schrittweise Sanierung
Vingstüberwiegend einfachSiedlungsbau der 1950er und 1960er Jahre, sozialer Wohnungsbau, viel Grün an der Vingster Heide
Ostheimeinfach bis mittelMischung aus Geschosswohnungsbau und Siedlung, ruhige Randlagen
Humboldt/Grembergeinfach bis mittelgemischtes Wohnquartier zwischen Bahnanlagen und Grüngürtel
Merheimmitteldörflicher Ortskern mit Ein- und Mehrfamilienhäusern, Klinikstandort
Brück, Neubrückmittelgrüne Wohnvororte am Stadtrand, Neubrück als geplante Siedlung der 1960er Jahre
Rath/Heumarmittel bis gutlockere Bebauung am Königsforst, Ein- und Zweifamilienhäuser, ruhige Grünlage

Die Einordnung ist eine Tendenz auf Basis der Bau- und Sozialstruktur der Stadtteile, keine offizielle Wohnlageneinstufung für einzelne Adressen. Gerade im Stadtteil Kalk liegen einfache und mittlere Lagen oft eng beieinander, und die laufende Aufwertung verschiebt das Bild langsam. Mehr zu den Vierteln findest du in der Übersicht der Stadtteile in Kalk, mehr zur Bevölkerung im Beitrag zu den Einwohnern von Kalk.

Kalk im Kölner Vergleich

Im stadtweiten Vergleich zählt Kalk zu den günstigeren Lagen Kölns. Während die Angebotsmieten in zentralen linksrheinischen Vierteln wie der Neustadt deutlich über 17 Euro pro Quadratmeter erreichen, liegt der Stadtteil Kalk im Mittel klar darunter.5 Das gilt sowohl für die Angebotsmieten der Portale als auch für die Mietspiegelspannen, die in den älteren Baualtersgruppen den Schwerpunkt des Bezirks bilden.

Die Gründe sind strukturell: ein hoher Anteil an Bestandswohnungen aus den 1950er bis 1970er Jahren, viel sozialer Wohnungsbau in Höhenberg und Vingst sowie eine rechtsrheinische Randlage mit längeren Wegen in die Innenstadt. In Höhenberg und Vingst bezieht ein vergleichsweise großer Teil der Haushalte Transferleistungen, und der Wohnungsbestand wird seit einigen Jahren durch die GAG schrittweise saniert.7

Für Mieter bedeutet das in der Praxis: In Kalk bekommst du pro Quadratmeter mehr Fläche fürs gleiche Budget als in den begehrten Innenstadtvierteln. Der Preis dafür ist, dass die Nachfrage steigt und mit der Aufwertung auch die Neuvermietungsmieten anziehen. Genau deshalb lohnt vor jeder Unterschrift der Blick in den Mietspiegel.

Den eigenen Wert ermitteln

Um für eine konkrete Wohnung in Kalk die ortsübliche Vergleichsmiete einzuschätzen, gehst du in wenigen Schritten vor:

  • Baualtersgruppe bestimmen: In welchem Jahr wurde das Gebäude bezugsfertig?
  • Wohnungsgröße in die passende Klasse einordnen (30 bis 49,9 m² bis 110 bis 140 m²).
  • Wohnlage einschätzen: einfach, mittel oder sehr gut, gemessen an Lärm, Umfeld und Anbindung.
  • Ausstattung prüfen: mit oder ohne Heizung, mit oder ohne besondere Merkmale wie Parkett, Zweitbad, Einbauküche oder großem Balkon.
  • Aus dem passenden Tabellenfeld die Mietspanne ablesen und anhand von Zustand und Ausstattung innerhalb der Spanne einordnen.

Der komplette Kölner Mietspiegel mit allen sechs Baualtersgruppen und Größenklassen steht als PDF bei der Rheinischen Immobilienbörse bereit.1 Persönliche Auskünfte geben für ihre Mitglieder der Mieterverein Köln und die Haus- und Grundbesitzervereine, allgemeine Auskünfte das Amt für Wohnungswesen der Stadt Köln am Ottmar-Pohl-Platz 1 in Kalk.1

Hinweis

Bei rechtlichen Fragen rund um Mieterhöhung oder Mietpreisbremse berät in Köln unter anderem der Mieterverein Köln e.V. (Haus des Mieterschutzes), Mühlenbach 49. Für die genaue Einstufung deiner Wohnung kommt es immer auf die konkrete Adresse, das Baujahr und die Ausstattung an.

Mieterhöhung prüfen: das Wichtigste in Kürze

Eine Mieterhöhung im Bestand ist nur unter mehreren Bedingungen zulässig. Die Miete muss seit mindestens 15 Monaten unverändert sein, und sie darf die ortsübliche Vergleichsmiete nicht überschreiten (§ 558 BGB).3 Zusätzlich greift in Köln die abgesenkte Kappungsgrenze: Innerhalb von drei Jahren darf die Miete um höchstens 15 Prozent steigen, weil Köln als Gebiet mit angespanntem Wohnungsmarkt eingestuft ist.4

Bei Neuvermietungen gilt in ganz Köln die Mietpreisbremse. Die neue Miete darf dann höchstens zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen.8 Die maßgebliche Mieterschutzverordnung NRW gilt seit dem 1. März 2025 und läuft bis Ende 2029, sie umfasst Köln und damit auch alle Stadtteile des Bezirks Kalk.4

Wer eine Mieterhöhung erhält, sollte sie nicht ungeprüft unterschreiben. Mit dem Mietspiegel lässt sich in wenigen Minuten abschätzen, ob das Schreiben formell korrekt ist und ob der geforderte Betrag noch im Rahmen der ortsüblichen Vergleichsmiete liegt. Liegt der Wert deutlich über der Mietspiegelspanne für deine Wohnung, ist die Erhöhung in dieser Höhe in der Regel nicht durchsetzbar.

Ausblick: Wohnen in Kalk

Köln aktualisiert seinen Mietspiegel alle zwei Jahre, die nächste Ausgabe ist damit voraussichtlich für 2027 zu erwarten.1 Bis dahin gilt die Ausgabe vom April 2025 als Maßstab. Wer eine Mieterhöhung bekommt oder eine Wohnung neu anmietet, sollte vorab die passende Tabellenzeile prüfen.

Für Kalk bleibt die Richtung klar: Der Bezirk gehört weiterhin zu den günstigeren Lagen Kölns, gleichzeitig steigt mit der Aufwertung rund um die Kalker Hauptstraße, dem Köln-Arcaden-Umfeld und den sanierten Beständen in Höhenberg und Vingst die Nachfrage. Wer hier eine bezahlbare Wohnung hat, sollte den eigenen Vertrag kennen. Wie sich der Bezirk insgesamt entwickelt, zeigen die Beiträge zur Geschichte von Kalk und zur Statistik des Bezirks.

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